Weiter geht's, weiter geht's!!!
Jetzt habe ich mich einige Zeit nicht gemeldet, wahrscheinlich weil ich die ganze Zeit den einen "Super-Post" im Kopf hatte, für den mir dann aber die Lust gefehlt hat - oder weil ich einfach viel zu aktiv war, wie man hier ganz gut sehen kann!
Deswegen werde ich versuchen, das Ganze jetzt in etwas mundgerechteren Happen anzubieten. Dabei werde ich nicht chronologisch vorgehen, damit müsst ihr euch wohl oder übel abfinden.
Talca
Bier trinken auf dem "Platz des Bieres"!!
Das war auf einer Messe, auf der früher offenbar Hersteller von Traktoren und anderen Großmaschinen für die Agrikultur ihre Waren angepriesen haben, doch diese Tage sind schon längst gezählt. Heutzutage findet man dort Fahrgeschäfte, die übliche Auswahl an für mich uninteressanten Ständen, die bereits angepriesene Auswahl chilenischer Biersorten und die wohl schlechteste "Bratwurst" meines Lebens.
Ebenfalls erwähnenswert an der Reise, aber leider ohne Verewigung in Form von Fotos, war der ultrabequeme Reisebus sowie der geniale Fisch, den Gabis Eltern - beziehungsweise ehrlicherweise die Hausfrau - zubereitet haben. Wie jede ordentliche chilenische Familie besitzen sie nämlich eine Nana, die allen hinterherräumt und auf gut Deutsch der Arsch vom Dienst ist. Ach ja, meistens kommen sie aus Bolivien, schauen mürrisch und sind übergewichtig (das ist keine Diskriminierung, das ist halt einfach so!)
Temblores y Terremotos
Durch diesen Trip habe ich (je nach Sichtweise "leider" oder "glücklicherweise") gleich zwei Erdbeben verpasst: Erst eines freitagabends in Santiago, als wir schon in Talca waren, und dann ein weiteres am Sonntagabend in Talca, als wir schon wieder zurück in der Hauptstadt waren. Erdbeben sind hier ein wahres gesellschaftliches Ereignis, man versucht auf den schwankenden Straßen zu tanzen und sich gegenseitig mit extra immer griffbereit gehaltenen Wasserbomben abzuwerfen.
Ok, das war gelogen. Wichtig ist allerdings die Unterscheidung zwischen "Temblores", also jedem Erdbeben, bei dem die Welt nicht untergeht, sowie "Terremotos", also jedes Erdbeben, bei dem die Welt untergeht. 2010 zum Beispiel ist die Welt untergegangen, denn wie sie halt sind, haben die Chilenen an der Küste geflissentlich alle Tsunamiwarnungen übergangen und wurden dann überrollt. :( Seitdem ist man hier wesentlich vorsichtiger.
Ein absolutes MUSS für jeden hispanohablante ist allerdings die Frage "Wieviele Gebäude sind bei dem Erdbeben umgefallen?" Vorher allerdings auf jeden Fall einen gemütlichen Sessel sichern und ein neues Bier holen, denn die anschließende Diskussion füllt mit Sicherheit fünfzehn aufregende Minuten und läuft in etwa so ab:
Alle (laut): Beim letzten Erdbeben ist nur ein Gebäude umgefallen in ganz Chile.
Kunstpause, Brüste schwellen an.
Du: Wo war das?
A: Das war in Talca.
B: Neeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeein, das war in Santiago! In Talca ist nur ein Gebäude umgefallen, das sowieso schon schief stand, das zählt nicht.
C: Nein, das war in Santiago.
B: Das hab ich doch gerade gesagt.
C: Nein, das schiefe Gebäude war in Santiago.
A. Ich glaub immer noch, das war in Talca.
B: Also auf jeden Fall ist ein Gebäude umgefallen, das schon vorher schief stand. War das nicht in Concepción?
C: Jaaaa, stimmt! Aber das Gebäude, das wirklich umgefallen ist, das stand in Concepción, das andere in Santiago
usw. usw. usw.
Um das Thema Erdbeben abzuschließen: Letzten Montag habe ich tatsächlich mein erstes "miterlebt". Es war um 00:50 nachts, ich bin aufgewacht, hab kurz gebraucht, um zu checken, was Sache ist, hab mir gedacht Qué fome und mich auf die andere Seite gedreht. Das Geräusch hört sich an wie ein paar kilometergroße Zähne, die aufeinander reiben, und wenn ihr euch ein paar Videos dazu anseht, werdet ihr feststellen, dass alle wie die aufgescheuchten Hühner durch die Gegend rennen, obwohl das eigentlich das Letzte ist, was man machen sollte. Aber gut, warten wir erst mal ab, bis ich mal auf wackelnder Straße stehe :).
So, das war es auch schon für dieses Mal. Morgen werde ich gleich einen Nachschlag liefern mit zehn unverzichtbaren Regeln für das Leben in Santiago, elaboriert in Zusammenarbeit mit Katharina Reichl, ebenfalls aus Passau :).

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